Zwischen 2012 und 2014 konnten ehemalige Heimkinder beim Fond „Heimerziehung (in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975)“ ihre Ansprüche für erlittenes Leid und Unrecht anmelden. Von Beginn an wurde kritisiert, dass Menschen, die in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie gelebt hatten, aus pragmatischen und verwaltungstechnischen Gründen von der Antragstellung ausgeschlossen waren. Vor dem Hintergrund einer notwendigen Gleichbehandlung wurde deshalb die Stiftung Anerkennung und Hilfe ins Leben gerufen, die am 1. Januar 2017 ihre Arbeit aufgenommen hat. Antragstellungen sind bis zum 31. Dezember 2020 möglich.

Ziel des Forschungsprojekts ist eine Analyse der Situation stationärer Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie für Kinder und Jugendliche aus Bremen im Zeitraum von 1949 bis 1975.

Dabei werden folgende Themenbereiche bearbeitet:
- Wie war die rechtliche Situation?
- Wie war die Entwicklung von Einrichtungen für Kinder und Jugendliche mit geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen in Bremen?
- In welche auswärtigen Einrichtungen wurden betroffene Kinder und Jugendliche untergebracht?
- Wie war die Situation in den Heimen?
- Wie war der Umgang mit den Betroffenen?
- Wie haben die Betroffenen ihre Zeit in den Heimen und psychiatrischen Kliniken aus heutiger Sicht erlebt?

Forschungszeitraum
2019

Auftraggeberin
Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz, Bremen
Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport, Bremen

 

Blankenburg
Das langzeitpsychiatrische Krankenhaus Kloster Blankenburg (um 1930). Auch hier mussten im Untersuchungszeitraum Kinder und Jugendliche leben. (Foto: Kulturambulanz Bremen)